Wenn ein Neubau fertig ist, wünschen sich viele Bauherrschaften eine grüne Umgebung — und zwar sofort. Doch wer Bäume, Sträucher und Hecken mitten im Sommer setzt, zahlt oft doppelt. Der beste Zeitpunkt für die Bepflanzung ist der Herbst, etwa von Ende September bis zum ersten Bodenfrost. Das zeigt sich auch bei unserem Projekt Seeluft Boniswil, wo die Umgebung rund um die drei Mehrfamilienhäuser jetzt ihren Abschluss findet.
Warum der Herbst?
Im Herbst stellen die Pflanzen ihr oberirdisches Wachstum ein. Die Energie fliesst nicht mehr in Blätter und Triebe, sondern in die Wurzeln. Der Boden ist vom Sommer noch warm, gleichzeitig regnet es häufiger und die Verdunstung ist gering. Das sind ideale Bedingungen, damit eine frisch gesetzte Pflanze anwachsen kann.
- Warmer Boden: Die Wurzeln wachsen bis weit in den November hinein weiter.
- Natürliche Feuchtigkeit: Herbstregen ersetzt einen grossen Teil der Bewässerung.
- Wenig Verdunstung: Kühle Temperaturen und laubfreie Gehölze verlieren kaum Wasser.
- Vorsprung im Frühling: Eine Pflanze, die im Herbst eingewurzelt ist, startet im März voll durch — statt sich erst noch etablieren zu müssen.
Warum nicht im Sommer?
Im Sommer steht eine Pflanze voll im Laub und verdunstet über ihre Blätter enorme Mengen Wasser. Beim Verpflanzen geht aber ein Teil der Feinwurzeln verloren — die Pflanze kann also weniger Wasser aufnehmen, als sie gleichzeitig abgibt. Die Folge ist Trockenstress: welke Blätter, braune Nadeln, im schlimmsten Fall ein Ausfall.
Dazu kommt der Aufwand. Eine Sommerpflanzung muss über Wochen täglich und kräftig gewässert werden. Auf einer Baustelle, wo der Bauherr noch nicht eingezogen ist und niemand regelmässig vor Ort ist, gelingt das selten. Die Anwachsgarantie des Gärtners ist dann schnell hinfällig.
Containerpflanzen lassen sich zwar grundsätzlich das ganze Jahr setzen. Doch auch sie wachsen im Herbst deutlich besser an — und grössere Bäume oder wurzelnackte Heckenpflanzen gibt es ohnehin nur in der Pflanzzeit von Oktober bis April.
Was bei der Umgebungsgestaltung wichtig ist
- Früh einplanen: Die Umgebung gehört von Anfang an in den Terminplan — nicht als letzter Posten, wenn das Budget aufgebraucht ist.
- Boden vorbereiten: Nach dem Bau ist der Untergrund oft verdichtet. Lockern, Humus auftragen und Bauschutt entfernen ist die Grundlage für gesunde Pflanzen.
- Standortgerecht auswählen: Einheimische, robuste Arten kommen mit unserem Klima, mit Trockenperioden und mit wenig Pflege zurecht.
- Leitungen und Abstände beachten: Werkleitungen, Sickerleitungen und Grenzabstände gemäss kantonalem Recht müssen vor dem Pflanzen klar sein.
- Nicht in gefrorenen oder nassen Boden setzen: Sobald der Boden gefroren oder völlig durchnässt ist, wird die Pflanzung verschoben.
- Einmal kräftig angiessen: Auch im Herbst braucht jede Pflanze nach dem Setzen eine gründliche Wassergabe, damit sich die Erde um die Wurzeln schliesst.
Unser Tipp für Bauherrschaften
Wenn Ihr Bezugstermin im Sommer liegt, lohnt es sich, die Bepflanzung bewusst auf den Herbst zu legen. Bis dahin werden Wege, Plätze und Rasenflächen fertiggestellt, die Pflanzbeete sauber vorbereitet — und Bäume, Sträucher und Hecken kommen dann, wenn sie die besten Chancen haben. So ist die Umgebung im nächsten Frühling grün, statt im ersten Sommer zu vertrocknen.
Bei kmb planen wir die Umgebungsarbeiten als Teil des Gesamtprojekts und stimmen den Zeitpunkt mit dem Gärtner und der Bauherrschaft ab. Haben Sie Fragen zu Ihrem Projekt? Sprechen Sie uns an.
